Bild vom Seidelbast im Frühlingswald

Frühlingsbote mit Vorsicht

Der Seidelbast (Daphne mezereum)
Gefunden am 22. März 2025 beim Lauf auf den Sulzkogel

Wer dieser Tage durch die heimischen Wälder läuft oder spaziert, kann ihn vielleicht entdecken – den Seidelbast. Mit seinen leuchtend rosa Blüten ist er einer der ersten Farbtupfer des Frühlings. Auch ich habe ihn auf meinem Lauf am Sulzkogel entdeckt – unscheinbar im Wuchs, aber auffällig schön und stark duftend.

Schönheit mit Schattenseite

Der Seidelbast steht bei uns unter Naturschutz. Er wächst bevorzugt an halbschattigen Standorten in Laub- und Mischwäldern. Die hübschen Blüten erscheinen direkt am kahlen Holz, lange bevor die Blätter austreiben – das macht ihn zu einem echten Frühlingsboten.

Aber Vorsicht: So schön er aussieht, so giftig ist er. Bereits kleine Mengen der Rinde oder Beeren können bei Aufnahme schwere Vergiftungen verursachen – besonders für Kinder. Auch Hautkontakt mit dem Pflanzensaft kann zu Reizungen führen. Kein Wunder also, dass er auch den Beinamen „Giftbäumlein“ trägt – ein Hinweis auf die Gefahr, die von ihm ausgeht.

Bedeutung in der Naturheilkunde?

Früher war der Seidelbast in der Volksmedizin verbreitet, heute spielt er in der Phytotherapie keine Rolle mehr, da seine Giftigkeit keine sichere Anwendung zulässt.

Verwendet wird Seidelbast jedoch noch in der Homöopathie unter seinem botanischen Namen Daphne mezereum. Dort kommt er unter anderem bei Nervenschmerzen (insbesondere bei Gürtelrose), Hautproblemen oder auch Zahnschmerzen zum Einsatz.

Fazit

Der Seidelbast ist ein faszinierender Frühlingsbote – wunderschön, aber mit Vorsicht zu genießen. Für mich war er auf meinem Lauf durch den Wald ein stiller, duftender Hinweis darauf, wie nah Schönheit und Gefahr in der Natur oft beieinanderliegen. Und wie wichtig es ist, genau hinzusehen – und manchmal auch einfach nur zu staunen.

Bild Apotheker Majeron beim Laufen auf den Sulzkogel
Lauf Sulzkogel
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