Entdeckt am 22. März 2025 beim Lauf auf den Sulzkogel
Beim Laufen durch den noch kargen Frühlingswald sticht sie ins Auge – die weiße Pestwurz, deren junge Triebe fast wie kleine Kerzen aus dem Waldboden wachsen. Noch bevor ihre großen Blätter erscheinen, schieben sich die weißlich-grünen Blütenstände nach oben – ein faszinierender Anblick am Bachufer oder auf feuchten Waldlichtungen.
Kraftvolle Pflanze mit alter Geschichte
Die weiße Pestwurz (Petasites albus) ist die hellblühende Verwandte der bekannteren rosa Pestwurz (Petasites hybridus). Schon im Mittelalter wurden Pestwurz-Arten zur Behandlung von Infektionen und Atemwegserkrankungen genutzt. Die volkstümliche Anwendung reichte von Umschlägen gegen Entzündungen bis zu Aufgüssen bei Fieber.
In der modernen Phytotherapie hingegen spielt die weiße Pestwurz in Österreich keine Rolle mehr – aus einem einfachen Grund: Sie enthält wie ihre Verwandten Pyrrolizidinalkaloide (PA), die bei innerer Anwendung leberschädigend und potenziell krebserregend wirken können.
Heilkraft? Ja – aber nicht bei uns
In der Schweiz und in Deutschland werden Pestwurzextrakte noch therapeutisch genutzt, etwa bei Migräne, Heuschnupfen und Reizdarm, allerdings nur in speziell aufbereiteten und PA-freien Präparaten. In Österreich sind solche Produkte derzeit nicht zugelassen – zu groß ist das Risiko einer Selbstmedikation mit ungeprüften Extrakten.
Faszinierend in ihrer Erscheinung
Auch wenn sie keine Verwendung in der heimischen Pflanzenheilkunde findet, ist die weiße Pestwurz ein faszinierendes Naturphänomen. Ihre ungewöhnlichen Triebe, die noch vor dem ersten Grün erscheinen, sind stille Vorboten des nahenden Frühlings. Später im Jahr entwickelt sie riesige Blätter, die fast wie grüne Sonnenschirme wirken.

Gerne lasse ich mich bei meinen Läufen in der Natur von den Schönheiten der Natur bremsen 🙂